Wie schreibt man eine Buchrezension mit Mehrwert?

Buchrezension schreiben Blog
© JenkoAtaman

Neben Produkttests sind Buchrezensionen in vielen Mama-Blogs sehr beliebt. Sie können Lesern einen echten Mehrwert liefern. Bei der Kontaktaufnahme mit dem Verlag sowie beim Aufbau der Rezension solltest du einige Regeln beachten.

Ob Kinderbuch, Ratgeber, Kochbuch oder Roman: Buchempfehlungen lassen sich gut in Mama-Blogs integrieren. Du kannst eine feste Rubrik einrichten und in einem festen Rhytmus neue Bücher vorstellen oder dein Blog hin und wieder mit einer Rezension auflockern.

Woher bekomme ich die Bücher?

Die meisten Verlage arbeiten gerne mit Bloggern zusammen und stellen ihnen kostenlose Rezensionsexemplare zur Verfügung. Ansprechpartner im Verlag ist für solche Fälle die Presseabteilung. Kontaktdaten findest du auf der Verlagswebsite. Falls dort ein Kontaktformular für Rezessionsanfragen zu finden ist, nutze dieses. Hast du die Kontaktdaten deines Ansprechpartners herausgefunden, schreibe ihn an.

Dein Anschreiben sollte unbedingt folgende Daten enthalten:
  • Deinen Namen und deine Postanschrift
  • Eine kurze Vorstellung deines Blogs (mit Link)
  • Titel, Autor und ISBN des Buchs

Halte dich knapp. Dein Ansprechpartner wird täglich etliche Emails erhalten und weder Zeit noch Lust haben, lange Anfragen zu lesen. In der Regel erhältst du eine positive Antwort und die Bitte, nach Veröffentlichung einen Link zur Rezension zu senden. Unbedingt solltest du dieser Bitte innerhalb von sechs Wochen nachkommen und den Kontakt zum Verlag auf diese Weise pflegen.

Ein Anschreiben könnte so aussehen:

Guten Tag, Frau Pressefee,

mein Name ist Blog Fee. In meinem Blog Blogfee.de (LINK) schreibe ich über das Leben einer modernen Fee im Trubel der Großstadt.

Die Blog-Rubrik „Lieblingsschmöker“ (LINK) habe ich Büchern zum Thema „Feenstaub“ gewidmet. Bei meiner Recherche nach Neuerscheinungen bin ich auf das Buch „Mit Feenstaub ist alles besser“ (ISBN XXX) von Feerina Feenwald gestoßen, welches ich meinen Lesern sehr gerne vorstellen möchte.

Können Sie mir zu diesem Zweck bitte ein Rezensionsexemplar an die folgende Adresse senden?

Blog Fee
Glitzergasse 1
12345 Zauberberg

Herzliche Grüße aus Zauberberg
Blog Fee

Natürlich kannst du auch Bücher aus deinem privaten Fundus rezensieren. Einen Mehrwert für deine Leser bringen diese Besprechungen allerdings nur, solange die Bücher inhaltlich aktuell und weiterhin lieferbar sind.

Wie baue ich eine Buchrezension auf?

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Eigentlich ist es ganz einfach. Du liest ein Buch und hinterher schreibst du mit eigenen Worten eine Zusammenfassung und eine Bewertung. Damit du am Ende des Buchs nicht den Anfang und die Highlights aus dem Mittelteil vergessen hast, machst du dir während des Lesens Notizen.

Möchtest du das Rezensionsexemplar hinterher an deine Leser verlosen, solltest du hierfür Klebezettelchen und einen Schmierzettel verwenden. Andernfalls kannst du wichtige Passagen mit einem Textmarker einfärben und deine Gedanken direkt im Buch vermerken. An deinen Notizen „hangelst“ du dich beim Schreiben der Rezension später entlang.

Typischer Aufbau einer Rezension:

Teil 1) Allgemeine Angaben
Zunächst stellst du das Buch ganz objektiv, anhand von „harten Fakten“ vor. Dazu gehören beispielsweise:

  • Titel
  • Autor
  • Genre
  • Seitenzahl
  • Einbandart
  • Erscheinungsjahr
  • Verlag
  • Preis

Teil 2) Einleitende Zusammenfassung
Im zweiten Teil deiner Rezension fasst du den Inhalt mit eigenen Worten kurz zusammen. Du erklärst beispielsweise, worum es in dem Buch geht, an welche Zielgruppe es sich richtet und was der Autor damit erreichen will.

Teil 3) Ausführliche Nacherzählung

Nach der einleitenden Zusammenfassung folgt der ausführlichste Teil deiner Rezension. Diese schreibst du im Präsens und hältst dich an die zeitliche Abfolge. Du stellst die Protagonisten vor und vermittelst einen Überblick der Geschichte. Diese Nacherzählung ist umfassender als ein Klappentext und soll keine Spannung erzeugen. Das Ende eines Romans verrätst du trotzdem nicht. 😉

Teil 4) Eigene Meinung
Nun wird es emotional. Du schreibst in diesem Teil deine eigene Meinung nieder, berichtest, welche Textpassagen dich besonders berührt haben (oder beim Sachbuch: dir weitergeholfen haben). Du beschreibst den Sprachstil und die verwendeten Stilmittel des Autors und beurteilst, ob diese ihre erwünschte Wirkung erzielt haben.

Teil 5) Fazit
Zum Schluss ziehst du ein Fazit, gibst beispielsweise eine Empfehlung, für wen das Buch besonders geeignet ist.

Wie strukturiere ich den Blogbeitrag?

Buchrezensionen solltest du grundsätzlich der Struktur und dem Layout deines Blogs anpassen.

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Screenshot LifestyleMommy.de

Füge Zwischen-Überschriften, Absätze und Bilder ein. Damit deine Rezension nicht wie einen Werbeartikel wirkt, machst du am besten eigene Fotos. Auf wenigstens einem Bild sollte das Buch-Cover gut zu erkennen sein. Schau dich in anderen Blogs um und werde selbst kreativ.

Fotografisch sehr schön umgesetzt sind die Buchrezensionen der lieben Bea, vom Mama-Blog “LifestyleMommy“. Mit viel Liebe zum Detail setzt sie die Bücher in Szene. Schau dir beispielsweise ihre Rezension des Buchs “Der Mama Styleguide” an und lass dich inspirieren…

Auch wenn du dankbar über das kostenlose Buch bist,
solltest du kritisch und ehrlich bleiben.
Deinen Lesern ist nicht geholfen, wenn du ein Buch in den Himmel lobst,
das in Wahrheit für die Tonne ist.

Zusammengefasst:

Buchrezensionen können deinen übrigen Content ergänzen und deinen Lesern einen echten Mehrwert bieten. Kostenfreie Rezensionsexemplare kannst du über die Pressestelle des jeweiligen Verlags anfragen – per Email oder ein dafür vorgesehenes Online-Formular. Mach dir beim Lesen Notizen. Halte dich beim Aufbau an die gängigen Regeln und verrate nie das Ende einer Geschichte. Baue kreative Fotos in deinen Beitrag ein und mache ihn dadurch bunter. Lass dich von anderen Bloggern inspirieren. Spätestens sechs Wochen nachdem du das Rezensionsexemplar erhalten hast, sollte dein Blogartikel online sein.

6 Gedanken zu „Wie schreibt man eine Buchrezension mit Mehrwert?

  1. Mia Antworten

    Cool. Ich hab mich bis jetzt nie getraut einen Verlag anzuschreiben weil ich dachte, das die Blogger nicht ernst nehmen und nur Journalisten Rezensionsexemplare schicken. Das ist ja echt super wenn das klappt.

    • Rebecca Autor des BeitragesAntworten

      Liebe Mia!
      Die meisten Verlage schätzen die Zusammenarbeit mit Bloggern. Ich persönlich lese mir immer zunächst Rezensionen durch, ehe ich ein Buch kaufe. Verlinke doch gerne dein Blog, wenn du das nächste Mal einen Kommentar schreibst – dann kann ich mir künftig auch deine Buch-Empfehlungen zu Herzen nehmen.
      Sonnige Grüße von der Ostsee! Rebecca 🙂

    • Rebecca Autor des BeitragesAntworten

      Liebe Bea!
      Das hast du absolut verdient – ich bin ein großer Fan von deinem Blog!
      LG Rebecca 🙂

      P.S. Mein Blog ist noch gar nicht offiziell online – Google hat die Beiträge aber offensichtlich bereits indexiert. Also bitte – *pssst* – noch nicht weitersagen… 😉

  2. Anja von der Kellerbande Antworten

    Tolle Zusammenfassung zu Rezensionen. Es gibt mittlerweile auch mehrere Portale wie z.B. bloggerportal.de lesejury.de oder netgalley.de der Verlage, in denen registrierte Blogger aus einem Buchbestand auswählen können. Hierbei sind auch viele Neuerscheinungen und noch nicht veröffentlichte Bücher/ebooks dabei.

    Wenn du magst würde ich gern eine Rezi zu deinem Mamablogger-Guide schreiben.

    Hier ein Überblick meiner Büchertipps:
    https://kellerbande.wordpress.com/meine-buchtipps/

    • Rebecca Autor des BeitragesAntworten

      Liebe Anja,

      sehr, sehr gerne! Danke für das liebe Angebot! Ich sende dir in den nächsten Minuten einen Dropbox-Link. Du darfst dir mein E-Book und die Extras gerne herunterladen und das Ganze rezensieren. Ich freue mich!

      Liebe Grüße aus dem Norden
      Rebecca 🙂

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