Muss man als MamaBlogger ein Gewerbe anmelden?

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Vielen Bloggern ist gar nicht bewusst, dass sie Gewerbetreibende sind. Ab wann eine Anmeldung beim Gewerbeamt Pflicht ist und was es zu beachten gibt…

Regelmäßig lese ich in Foren und Facebook-Gruppen die Frage: „Muss ich als Blogger ein Gewerbe anmelden?“ In den meisten Fällen lautet die Antwort: JA, das musst du. Sobald eine Gewinnabsicht besteht – und sei sie noch so gering – führt am Gewerbeamt kein Weg vorbei.

Schnell und unkompliziert

Aber kein Grund zur Panik: Das Ganze ist zunächst unkomplizierter, als man vermuten könnte. Hast du vor, mit deinem Blog ein Einkommen zu erzielen, solltest du im ersten Schritt (ehe du Werbekunden akquirierst) persönlich beim zuständigen Gewerbeamt vorbei schauen. Meist ist das ohne Terminabsprache während der regulären Öffnungszeiten möglich.

Vorlegen musst du deinen Personalausweis und eine Anmeldegebühr – die je nach Region variiert und zwischen 10 und 40 Euro beträgt (am besten vorher nachfragen und Bargeld dabei haben). Vor Ort füllst du ein Formular aus, dabei ist ein Mitarbeiter des Gewerbeamts behilflich – die Beschreibung deiner Tätigkeit könnte beispielsweise „Internetdienstleistung“ lauten – hierzu solltest du dich vor Ort beraten lassen. Ich habe von vielen Bloggern bereits gehört, dass unterschiedliche Finanzämter unterschiedliche Formulierungen bevorzugen.

In einigen Gemeinden ist eine Online-Anmeldung möglich oder zumindest das Herunterladen benötigter Formulare. Informiere dich auf der Website des für dich zuständigen Amtes.

Das Gewerbeamt leitet deine Anmeldung im Anschluss automatisch an das Finanzamt weiter. Vom Finanzamt bekommst du per Post einen etwas umfangreicheren Fragebogen, welchen du dort ausgefüllt einreichen musst.

Die Kleinunternehmerregelung

Zu Beginn deiner Bloggerlaufbahn wird dein Einkommen noch nicht sonderlich hoch sein. Die Kleinunternehmerregelung ermöglicht dir, auf die Erhebung und Auszeichnung der Umsatzsteuer zu verzichten.

Die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung ist freiwillig. Sie erspart einiges an Papierkram und wird deshalb von Jungunternehmern gerne genutzt. Allerdings kommt es immer auf den Einzelfall an. Du solltest die Vor- und Nachteile abwägen und dich genau informieren.

Dein Umsatz darf im letzten Kalenderjahr 17.500 Euro und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro nicht überschreiten. Liegt dein Umsatz auch nach dem zweiten Kalenderjahr noch bei unter 17.500 Euro, kannst du auch dann weiterhin Kleinunternehmer bleiben.

Als klassischer Blogger bist du übrigens KEIN FREIBERUFLER
(was Einige fälschlicher Weise annehmen).

Ausgaben von der Steuer absetzen

Einer der großen Vorteile nach deiner Gewerbeanmeldung ist, dass du viele Ausgaben von der Steuer absetzen kannst. Neben Laptop, Kamera und Bürobedarf könnten das bei Reisebloggern beispielsweise Flüge und Unterkünfte sowie Reiseausstattung sein. Auch Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen, Bücher oder E-Books kannst du angeben. Sogar die Kosten für die Gewerbeanmeldung kannst du als „Betriebsausgaben“ angeben.

Was passiert, wenn du kein Gewerbe anmeldest?

In Deutschland gibt es eine Gewerbepflicht. Sobald du die Absicht hast, mit deinem Blog Geld zu verdienen, musst du ein Gewerbe anmelden. Blendest du beispielsweise ein Werbebanner ein, beweist du damit deine Absicht und es gibt kein Zurück mehr. Selbst, wenn dein Werbebanner am Ende doch kein Geld einbringt.

Meldest du dich nicht beim Gewerbeamt und generierst Einnahmen, die du in deiner Steuererklärung nicht angibst, begehst du Steuerhinterziehung. Neben einer Rückzahlung droht dir eine Geldstrafe. Dieses Prozedere kannst du einfach verhindern – also nicht lange warten, ab zum Gewerbeamt!

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